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Gesundheit im Job

Passt mein Job zu mir?

„Hired for ability, fired for personality“ - Dieses Zitat hast du vielleicht schon einmal gehört oder gelesen, aber was genau steckt eigentlich dahinter? Erfahre im folgenden Blogartikel mehr über die Bedeutung der Passung von Job und Persönlichkeit für den Berufserfolg und die eigene psychische Gesundheit.

20.10.2021 5 Min Lesezeit

Der Nutzen von Persönlichkeitstest im Berufsleben

Hard Skills vs. Soft Skills

Viele Personen werden wegen ihrer Expertise eingestellt - beispielsweise aufgrund ihres Studienhintergrunds - und scheitern im Berufsleben nicht selten an ihrem persönlichen Verhalten. Das bedeutet nicht, dass fachliche Qualifikationen nicht wichtig sind, sie sind jedoch längst nicht alles und sollten daher nicht allein über eine Einstellung oder Beförderung entscheiden. Mindestens genauso wichtig sind in unserer heutigen Arbeitswelt die überfachlichen Kompetenzen einer Person. Doch wie kann man bei Besetzungsentscheidungen neben den Hard Skills auch die Soft Skills angemessen berücksichtigen?

Berufsbezogene Persönlichkeitstests

Eine gute Möglichkeit hierzu ist der Einsatz eines berufsbezogenen Persönlichkeitstests. Bei einem solchen Verfahren beantwortest du Fragen zu dir und deinem beruflichen Verhalten bzw. gibst eher an, inwieweit verschiedene Aussagen auf dich zutreffen. Die Aussagen sollten dabei einfach und unmissverständlich formuliert sein, sodass du diese ohne große Überlegungen beantworten kannst. Dabei gibt es keine richtigen oder falschen Antworten – es geht darum, dass du dich und deine Persönlichkeit in Bezug auf das Berufsleben besser kennen und verstehen lernst. Das hilft dir dabei, dein Verhalten oder deine Reaktionen in verschiedenen Situationen besser nachvollziehen zu können.

Zusätzlich zu deinem selbst ausgefüllten Test können auch andere Personen, beispielsweise andere Mitarbeitende oder Führungskräfte, den Test in Bezug auf deine Person bearbeiten – neben der Selbstbeschreibung erhältst du dann noch eine Fremdbeschreibung deiner Persönlichkeit. Das ist sehr aufschlussreich und wertvoll, denn so kannst du feststellen, ob dich andere Personen ähnlich wie du selbst oder ganz anders einschätzen. Gibt es hier erhebliche Diskrepanzen, kann man über die unterschiedlichen Wahrnehmungen objektiver diskutieren und Probleme aus dem Weg schaffen oder im besten Fall vermeiden. Wichtig ist, dass es sich bei dem Test um ein seriöses, wissenschaftlich fundiertes Verfahren handelt. Schau deshalb im Vorhinein immer genau hin oder frage bei den Verantwortlichen nach, um welches Verfahren es sich handelt und wie dieses beispielsweise entwickelt und getestet wurde.

Dein Persönlichkeitsprofil

Beispielsweise könntest du durch das Verfahren erkennen, dass dir deine aktuelle Tätigkeit nicht so viel Spaß macht, weil dir Teamarbeit total wichtig ist, du jedoch aktuell überwiegend allein an deinen Projekten arbeitest. Wenn dies der Fall wäre, könntest du beispielsweise auf deine Vorgesetzte oder deinen Vorgesetzten  zugehen und das Thema ansprechen.

Ein weiteres Beispiel könnte sein, dass du dich in deiner aktuellen Führungsposition unwohl fühlst, da du in Wirklichkeit andere gar nicht so gerne anleitetest und auch nur ungern die Verantwortung für wichtige Entscheidungen tragen möchtest. Dir liegt es beispielsweise besser, im Themen tief einzutauschen, da deine analytischen Fähigkeiten sehr gut ausgeprägt sind. Nicht jede oder jeder hat eine Führungspersönlichkeit und wäre für eine Führungspostition geegnet. Menschen zu führen ist etwas, was man wollen muss. Sicherlich kann und sollte man sich langfristig in seinem Führungsverhalten weiterentwickeln, beispielsweise durch ein entsprechendes Coaching. Verbessern kann man sich immer in dem, was man tut, aber das Grundlegende muss von Anfang an da sein. Ansonsten wird man langfristig in seiner Rolle sehr wahrscheinlich nicht glücklich oder erfolgreich sein und das hat auch unmittelbare Auswirkungen auf die geführten Mitarbeitenden.

Person-Job-Fit

Das vorangehende Beispiel fokussiert sich sehr auf das Thema Führung, insgesamt ist es jedoch egal, um welche Position es geht. Wichtig ist, dass du herausfindest, zu welchem Job du passt, damit du langfristig glücklich und erfolgreich in dem bist, was du machst. Spaß bei der Arbeit ist dann quasi ein Nebeneffekt und stellt sich oft ganz von allein ein. Das ist auch wichtig, um langfristig psychisch gesund zu bleiben. Wenn du auf der Arbeit eine ganz andere Person sein musst, als du es eigentlich im Privatleben bist, kann das auf lange Zeit sehr kräftezehrend sein.

Die Auseinandersetzung mit diesem Thema kann sowohl Berufseinsteigern als auch Professionals weiterhelfen. Aber auch für Schulabgänger ist das Thema relevant: die Persönlichkeit sollte auch bei der Wahl der Ausbildung oder der Studiums berücksichtigt werden.

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